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Das 4 Stage Mountain Bike Race Lanzarote ist ein offizielles UCI MTB-Event mit vier Tagen voller Abenteuer und Herausforderungen. Ein erstklassiges MTB-Erlebnis, dass die Fahrer mit der härtesten und atemberaubendsten Landschaft Lanzarotes durch seine fließenden Trails entlang von Sand- und Lavafeldern belohnt.

Für mich ist es nicht nur ein spannendes UCI Etappenrennen, sondern zugleich auch Aufbau für das große Jahresevent in Südafrika. Für das Cape Epic brauche ich ja noch ein paar lange und harte Einheiten zur Vorbereitung. Da es in Deutschland nass und kalt ist, bot sich das 4 Stage Race ideal an.

27.01.24Stage 1 – 48km | 768 hm
28.01.24Stage 2 – 55km | 990hm
29.01.24Stage 3 – 21km Einzelzeitfahren | 881hm
30.01.24Stage 4 – 84km | 1738hm

Vorbelastung und kurze Teilsteckenbesichtigung sind gefahren, die Startunterlagen abgeholt und Sabine aufs Rad gesetzt, sodass sie den Flieger erreicht.

Checkliste: Akku geladen für Schaltung? Trinkflaschen gefüllt (ohne Apfelsaft)? Nummern angebracht? Transponder am Bein? Sonnenmilch aufgelegt? Kette vom überflüssigen Öl befreit?


Stage 1

Das Teilnehmerfeld ist schon mächtig groß! Die Startblöcke füllen sich und die Spannung steigt. Wir alten Säcke dürfen mal wieder ganz hinten starten. Keiner hat ein Unterhemd an, nur ich… der grippale Infekt ist aber auch noch nicht richtig auskuriert – irgendeinen Virus scheint mir Sabine immer mitgeben zu wollen…

Die Elite startet 10 min vor uns, 5 min vor uns die Elite Frauen. Ich kann mich relativ schnell nach vorn arbeiten. Vorne ist da, wo ein bisschen Dampf auf der Kette liegt. Ich springe von Gruppe zu Gruppe, ruhe mich zwischendurch immer wieder im Windschatten aus und springe dann zur nächsten, bis ich irgendwann endlich die richtige Gruppe erreiche. Am höchsten Punkt angekommen merke ich, dass ich noch ein paar Körner habe, denn ab da geht es fast nur noch Bergab und das sogar noch mit Rückenwind.

10 km vorm Schluss wird mein Hinterrad schwammig. Anhalten, Nachpumpen und versuchen mit dem schwammigen Reifen die letzten Kilometer zurückzulegen. Auf dem letzten Kilometer zieht der Reifen noch mal richtig Luft und ist dann platt. Also Körpergewicht aufs Vorderrad verlegen und die Strecke bewältigen, ohne scharfe Steine zu erwischen.

Das Ziel ist erreicht und die Speicher können mit Bananen und Obst direkt am Stand aufgefüllt werden. Meine Zeit ist glaube ich gar nicht so schlecht.


Stage 2

Peter Vesel sagt mir vor dem Start, dass ich doch besser noch ein bisschen Luft auf den Vorderreifen aufpumpen sollte. Das mache ich dann auch, aber anscheinend nicht genug, wie wir später noch sehen werden. Der Start läuft ziemlich hervorragend und ich kann mich ganz vorne einreihen und fahre zusammen mit Peter Vesel in der Spitzengruppe der Amateure. Die Gruppe teilt sich in mehrere kleinere Gruppen – in der, die ich erwische, fühle ich mich recht wohl. Das Tempo ist sehr hoch und kostet schon einige Körner.

Bei Kilometer 40 erwischt es mich dann wieder: Durchschlag, der Reifen verliert langsam die Luft, wird immer schwammiger und ich muss vom Rad und pumpen. Scheiße. In der Nervosität baue ich die Pumpe erst falsch zusammen. Es klappt dann aber doch, beim Abdrehen des Schlauches dreht sich leider auch das Ventil mit raus. Das Rad ist wieder komplett platt. Also noch mal. Rad aufpumpen, Schlauch abdrehen und wieder hat sich das Ventil mit rausgedreht. Super Scheiße. Drehe das Ventil mit aller Kraft hinein und hoffe, dass es beim dritten Versuch klappt. Yippie ja je. Luft ist drauf.

Meine ärgster Konkurrent (Uwe Blechschmidt) ist mittlerweile an mir vorbei. Also All in und Verfolgung aufnehmen. Zum Glück folgt ein langer Anstieg und kann zu ihm aufschließen. Zusammen meistern wir den Kammweg. Der Wind bläst dort so heftig, dass wir Angst haben müssen vom Berg herunter geblasen zu werden. Zwei junge leichte Fahrer werden vom Wind umgestoßen. Ich kann mich nicht so richtig absetzen und mein Vorderrad verliert anscheinend immer noch Luft, es wird wieder schwammig.

Ich kann geradeso einen Mini-Vorsprung ins Ziel retten. Hätte auf Peter hören sollen und mehr Luft auf den Reifen pumpen sollen, aber dann hätte ich noch weniger Grip bei dem schmalen Reifen. Auch andere Fahrer hatten im Startbereich meinen 2,1 cm Reifen als nicht geeignet beurteilt. Sie hatten so recht. Das Rad war aber mit diesen Reifen ausgestattet und ich zu faul, vernünftige von Maxis gesponserte Reifen aufzuziehen – Schande auf mein Haupt. Fahre gleich zum Shimano Stand und hole mir einen breiten Reifen mit stabilen Seitenwänden für morgen und übermorgen.


Stage 3 – Einzelzeitfahren

Heute steigen die Temperaturen so stark an, dass man sich im Schatten wesentlich wohler fühlt. Bin bereits um 9:25 Uhr dran. Von der Rampe startend geht es gleich zur Sache. 30 sec vor mir startet mein Konkurrent. Das Loch zuzufahren fällt mir nicht so einfach. All in und als ich ihn erreiche erstmal im Windschatten pausieren. Dann Attacke setzen. Klappt auch gut. Ein kleines Loch klafft schnell auf, richtig abschütteln kann ich ihn aber nicht. Auf dem schönen Singletrail zwischen erstem Hügel und Hauptkamm scheint er sogar wieder näher zu kommen, also weiter auf dem Gaspedal bleiben.

Ich dachte eigentlich, dass die letzten 6 km bis zum Ziel genauso verlaufen wie im letzten Jahr. Aber Pustekuchen: 2 km vor dem Ziel gehen wir noch mal ins Gelände und fahren einen anspruchsvollen verblockten Singletrail hinauf.

Peter Vesel hämmert eine ordentliche Zeit raus, dagegen sieht meine Zeit recht schwach aus. Gut, dass Peter erst nächstes Jahr in meine Altersklasse kommt.

Stage 4

Ich wusste aus dem Vorjahr, dass die letzte Etappe die härteste ist. Nicht nur die Länge, sondern auch die vielen Sandpassagen sorgen dafür, dass jeder nochmal an sein Limit gehen muss. Schon auf dem Hinweg zum längsten Anstieg, der zu den Satelliten hoch führt (und auch zur Bestimmung des King of the Mountains genutzt wird), sind einige Sandpassagen zu bewältigen. Nach dem Gipfel folgen ein paar ordentliche anspruchsvolle Trails nach unten.

In Tequise angekommen, fehlen bis zum Ziel immer noch 28 km. Mein Körper sagt mir allerdings, dass er am liebsten aufhören möchte. Ich lasse einige Fahrer ohne große Gegenwehr passieren – das passiert mir sonst eigentlich nicht. Auch der Rückweg nach La Santa ist mit vielen Sand-Passagen bestückt. Weitere Fahrer ziehen an mir vorbei. Irgendwann erreiche ich das Ziel – total im Arsch ist der Körper fast zu schlapp, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Schnell unter die Dusche und auf‘s Sofa.

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