Vor ziemlich genau einem Monat habe ich Euch von meinem Neustart erzählt. Von 126 Kilogramm. Von Rückenproblemen. Von Wegovy. Von dem Vorsatz, meinem Körper und meiner Gesundheit wieder den Stellenwert zu geben, den sie eigentlich schon lange verdient hätten.
Nicht alles läuft nach Plan
Mein großes Ziel war es, zwei bis drei Mal pro Woche konsequent Sport zu treiben und regelmäßig auf solide 7 Stunden Schlaf zu kommen.
Hat das geklappt? Nein. Wenn ich ehrlich bin, habe ich dieses Ziel vielleicht zu 50 Prozent erreicht.
Trotzdem freue ich mich darüber, dennoch regelmäßiger Sport zu treiben, häufiger etwas früher ins Bett zu gehen und vor allem für beides stärker und aktiv nach Raum in meinem Leben zu suchen und diesen auch zu finden.
Vergangene Woche war ich beruflich im wunderschönen Thun in der Schweiz. Normalerweise, auch in meiner fast komplett passiven Zeit, sind Dienstreisen für mich fast automatisch mit Sport verbunden. Die Laufschuhe gehörten als Standard genauso ins Gepäck wie der Laptop und der Morning Run vor dem Frühstück ist fester Bestandteil meiner Reisen. Man fühlt sich fit, hat Zeit an der frischen Luft und nicht selten ist es die einzige Chance auf ein bisschen Sight-Seeing vor Ort.


Diesmal hat es jedoch auf sechs Tagen Dienstreise für genau einen Lauf gereicht. Lange Arbeitstage und einige unvermeidbar kurze Nächte haben weitere Läufe verhindert. Das hat mich durchaus etwas geärgert, denn eigentlich wären die Voraussetzungen mit den Alpen, dem Wetter und der Lage unseres Hotels perfekt gewesen.
Kaum wieder zu Hause angekommen, hat mich dann noch ein Infekt erwischt, der mich bis Mittwoch ans Bett gefesselt hat. Sport? Fehlanzeige. Mittlerweile geht es mir zum Glück wieder deutlich besser.
Wenn alles gut läuft, möchte ich dieses Wochenende wieder ganz vorsichtig einsteigen. Bei 30 bis 35 Grad Außentemperatur unabhängig von der Geschwindigkeit eine Herausforderung. Also ist das Ziel, ganz locker und möglichst flach zu kurbeln, möglichst viel im Wald unterwegs sein und vor allem dem Körper genügend Zeit geben, die Infektion vollständig auszukurieren. Ein Rückschlag wäre jetzt das Dümmste, was passieren könnte.
Die Waage bewegt sich
Auch beim Gewicht geht es weiter. Langsam, aber in die richtige Richtung. Aktuell stehe ich bei 119 Kilogramm und damit seit über einem Jahr mal wieder unter 120 kg. Sicher hat der Infekt mit dem fehlenden Appetit dabei noch einmal geholfen. Trotzdem fühlt es sich gut an, erstmals seit langer Zeit wieder eine Zwei vorne weniger zu sehen.
Mein Ziel ist nun, dieses Gewicht zunächst zu stabilisieren, den Körper daran zu gewöhnen und von dort aus weiter abzunehmen – während gleichzeitig die Fitness wieder zurückkommt.
Der Elefant im Raum: Krafttraining
Ein Punkt läuft allerdings noch überhaupt nicht: Mein Krafttraining. Die Kettlebell steht bereit. Mein Physiotherapeut hat mir Übungen gezeigt, die genau auf Rücken und Rumpf abgestimmt sind.
Und trotzdem passiert… nichts.
Das ist für mich jedoch überhaupt keine Überraschung. Selbst zu Spitzenzeiten war Krafttraining für mich nur ein notwendiges und lästiges Übel. Gerade mit einem Bürojob und inzwischen in den Vierzigern ist genau dieses Training wahrscheinlich wichtiger als jede zusätzliche Radrunde. Nicht nur für den Sport. Sondern dafür, möglichst lange beschwerdefrei zu bleiben.
Vielleicht liegt die Lösung sogar direkt vor meiner Nase. Mein Sohn macht seit einigen Wochen abends regelmäßig seine Sit-ups und Liegestütze. Warum also nicht einfach gemeinsam trainieren? Ein kleines Vater-Sohn-Ritual. Keine riesige Trainingseinheit. Einfach zwanzig Minuten zusammen etwas für den Körper tun.
Es fühlt sich wieder nach Fortschritt an
Auch wenn ich längst noch nicht dort bin, wo ich hinmöchte, fühlt sich vieles besser an als noch vor einem halben Jahr. Ich bewege mich wieder regelmäßiger. Ich fühle mich körperlich insgesamt wohler und habe deutlich weniger Rückenprobleme als noch vor einem halben Jahr.
Natürlich gibt es noch genug Baustellen. Die Qualität meiner Ernährung kann deutlich besser werden. Der Schlaf bleibt ein Schlüsselfaktor, an dem ich arbeiten muss. Sport ist noch längst keine Selbstverständlichkeit.
Und trotzdem, oder gerade deshalb: Fortschritt entsteht nicht dadurch, dass plötzlich alles perfekt läuft. Sondern dadurch, dass man nach einer schlechten Woche trotzdem weitermacht.
In diesem Sinne hoffe ich, dass der nächste Beitrag wieder ein paar Kilometer mehr und vielleicht ein paar Kilo weniger berichten kann.
Bis dahin: Keep Riding
