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So viel größer als die gewohnten 29 Zoll Räder sehen sie gar nicht aus. Der Rahmen ist genauso konstruiert, wie ich mir ein perfektes Fully vorstelle. Die Federung im Oberrohr ist für mich genau das Kennzeichen, wie man ein Fully auf Geschwindigkeit trimmt! Die Upside-Down-Gabel sieht zwar mächtig aus, doch als ich das Fahrrad anhebe, bin ich ziemlich überrascht, denn trotz der Gabel und Dropper-Post wiegt es gefühlt nicht mehr als mein jetziges 29 Zoll Fully! Thomas Stoll bestätigt meinen Eindruck und deklariert ein Gewicht von 11 kg!

„Geh dich umziehen und teste das Rad!“

Jetzt geht es schnell. Das Rad ist perfekt auf meine Körpergröße eingestellt! Eine kleine Instruktion zum Bedienen von Schaltung und Federung ist auch schnell erledigt. Bekomme noch ein Garmin montiert mit installierter Test-Route, dann wünscht man mir noch viel Spaß und schon geht’s los.

Der erste Eindruck: viel Grip

Das Bike sorgt direkt für Vortrieb. Wow. Der erste kurze Schotteranstieg zeigt mir auch gleich einen wesentlichen Vorteile des Bikes: Ich habe Grip ohne Ende. Ich kann im Stehen fahren, ohne dass das Hinterrad auch nur ein bisschen schlupft!

Sobald der Weg ein bisschen welliger wird, tritt der zweite Vorteil auf: Es gleitet über die kleinen Wellen hinweg, als als wären sie gar nicht da. Ich will das Bike nicht über alles loben, aber das beeindruckt mich schon stark!

Aber der große Test kommt ja auch erst noch in den Downhill-Passagen. Also strample ich fleißig weiter den Berg hinauf. Auf den letzten Höhenmeter sind Straßenarbeiten vor mir. Ein Bagger steht mitten auf der Schotterstraße und da er so breit ist, komme ich so nicht an ihm vorbei. Ich fahre also auf die Wiese mit dicken, fetten Schlaglöchern – da kommt die nächste Überraschung: das Rad rollt über diese Löcher einfach hinweg und der Bagger ist überhaupt kein Problem.

Noch ein Stück weiter oben ist die Straße komplett gesperrt und ich muss auf einen Wanderweg ausweichen. Hier ist es so steil, dass an Fahren gar nicht mehr zu denken ist. Also schultere das Bike und klettere hinauf. Hier kommt der erste kleine Nachteil: das große Bike ist nicht ganz so einfach zu tragen wie ein kleineres. Aber wo passiert sowas schon in Mountainbike Cross Country oder Marathon?

Am folgenden Schräghang präsentiert es aber gleich wieder seine Stärken. Fühle mich sicher, da das Bike so viel Grip bietet!

Und im Downhill?

Bin jetzt endlich oben angekommen und nun geht es ans Eingemachte. Steil nach unten. Bin etwas überfordert. Mein Kopf sagt, da komme ich doch nicht runter, doch das Bike belehrt mich eines Besseren. Man kann eine ganz andere Linie wählen. Man fährt einfach über die dicken Steine hinweg, es ist genug Grip da und man hat nie das Gefühl, dass man Kopfüber geht oder irgendwo eintauchen würde. Da bietet das 32 Zoll klare Vorteile.

Jetzt kommen die Haarnnadelkurven (Serpentinen). Ich tue mich sehr schwer! Liegt es an mir oder an dem zu großen Bike? Definitiv an mir, da ich das Umsetzen einfach nicht beherrsche. Vorteil beim Umsetzen wäre natürlich der super Grip, Nachteil das Bike, weil es ja auch noch ein bisschen länger ist und hintenrum genug Platz braucht, um umgesetzt werden zu können!

Kleines Zwischenfazit: hätte mit Schutzkleidung starten müssen, um auch wirklich alle Vorteile im Downhill Bereich testen zu können. Der Kopf ist einfach in einigen Passagen der ausschlaggebende Faktor. Das Bike kann sicherlich viel mehr, als ich aus ihm herausholen kann.

Wurzeln sind kein Problem

Im Tal angekommen, geht es jetzt richtig heftig über Wurzeltrails. Ich bin beeindruckt. Mit meinem 29 Zoll Bike hätte ich viele Passagen nicht fahren können. Mit diesem 32 Zoll brauche ich mir gar keine Gedanken mehr zu machen. Ich fahre einfach und es klappt! Es erklimmt Absätze, dicke Wurzeln, Wurzel-Passagen usw. Es rollt einfach über alles hinweg.

Mittlerweile bin ich schon über 3 Stunden unterwegs. Es macht immer noch Spaß und hoffentlich ist Stoll nicht sauer, dass ich so lange unterwegs bin. Habe halt noch ein paar Aufnahmen von der herrlichen Landschaft sowie vom Bike gemacht. Mit einem dicken Grinsen im Gesicht erreiche ich die Stoll Präsentations-Räume. Am liebsten würde ich das Bike gleich mitnehmen. Thomas Stoll sagt mir aber, dass es eine Warteliste gibt…

Fazit: das Bike wird kommen!

Trotz aller Unkenrufe ist das Bike nicht zu schwer und auch definitiv steif genug. Also heißt es für mich sparen und von einigen mir zu kleinen Rädern trennen.

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