Wenn ich auf meinen letzten Blogbeitrag zurückblicke, war da vor allem eines: die Vollbremsung. Der Moment, in dem mein System komplett dichtgemacht hat. Erschöpfung, Unsicherheit, Herzstolpern, Schlafen ohne Ende – und die große Frage: Was läuft hier eigentlich gerade schief?

Heute, ein paar Wochen später, fühlt es sich anders an. Nicht perfekt. Nicht belastbar im klassischen Sinne. Aber stabiler.

Vom Crash zurück in den Groove

Seit dieser letzten Vollbremsung habe ich bewusst den Druck rausgenommen. Mehr auf meinen Körper gehört. Mehr auf Werte geschaut. Und vor allem: weniger „einfach gemacht“.

Der Groove kommt zurück. Langsam. Leise. Aber spürbar. Ich bin nicht mehr in diesem „alles oder nichts“-Modus. Ich trainiere wieder regelmäßiger. Und ich kippe nicht mehr sofort komplett aus dem System.

Meine Werte zeigen das auch: Der Ruhepuls ist noch nicht da, wo er sein sollte. Auch die HRV hat noch Luft nach oben. Aber insgesamt entwickeln sich die Werte wieder stabiler. Und genau das ist gerade mein Fortschritt.

Wörthersee – und plötzlich zählt etwas ganz anderes

Und mitten in dieser Phase stand plötzlich das Gravelrennen am Wörthersee im Kalender. Eigentlich sollte ich ja kein Rennen fahren. Aber: Spazierenfahren war erlaubt. Also stand ich trotzdem an der Startlinie. Nicht für die geplanten 150 Kilometer – sondern eher für eine sehr ambitionierte Form von „Radfahren gehen“.

Nennt es Training. Nennt es Ausflug. Ich nenne es: kreative Umsetzung des Trainingsplans 😊

Früher: Vollgas. Dieses Mal: Herzfrequenz gedeckelt. Pausen an jeder Verpflegungsstation. Zwei ungeplante Stopps wegen der Kette – einmal richtig fest, vier Hände, zehn Minuten Schrauben. Und dann noch der Klassiker: Durch ein Missverständnis bei der Ummeldung bin ich eine halbe Stunde zu spät gestartet. Gewertet wurde ich mit 4:30 Stunden. Realistisch wären es eher 4:00 gewesen.

Und weißt du was? Es war mir komplett egal. Ich war einfach nur glücklich, fahren zu können. Die Landschaft zu genießen. Wieder Teil davon zu sein.

Training im Schneckentempo – und genau das ist neu

Mein Trainingsplan würde mich vor ein paar Monaten vermutlich irritieren. Recovery Rides. Spaziergänge. Niedrige Herzfrequenzbereiche. Mittlerweile ist sogar wieder vorsichtig etwas im unteren Bereich möglich.

Und trotzdem habe ich nach Power Yoga Muskelkater. Das ist ungewohnt. Aber es ist ehrlich. Mein Körper fängt gerade wirklich wieder von unten an. Und diesmal lasse ich ihn.

Wenn der Körper plötzlich erklärbar wird

Was sich grundlegend verändert hat: Ich verstehe meinen Körper besser. Vagusnerv, Zwerchfell, Eisenhaushalt, Erschöpfung – das sind keine abstrakten Begriffe mehr, sondern konkrete Stellschrauben.

  • Zwerchfell wird getapt 
  • Osteopathische Begleitung 
  • Infusionen zeigen Wirkung 
  • Mikronährstoffanalyse steht an 

Ein Satz meines neuen Arztes bleibt hängen: „Sie fahren derzeit mit 30 km/h über die Autobahn.“

Und genau so fühlt es sich an.

Kleine Zeichen, große Wirkung

Was sich aber wirklich verändert hat, sind die kleinen Dinge:

  • Ich habe wieder warme Hände
  • Ich sitze abends entspannt auf dem Sofa
  • Ich habe wieder Energie im Alltag

Und das sind genau die Dinge, die man lange unterschätzt – bis sie fehlen.

Es ist nicht „nur Stress“

Lange war die Erklärung einfach:
„Das ist Stress.“
„Das ist psychisch.“

Heute habe ich etwas anderes: Zahlen. Daten. Fakten.

Und ich habe gelernt: Nur weil ein Hausarzt sagt, „die Werte sind okay“, heißt das noch lange nicht, dass sie für eine sportlich aktive Person wirklich passen. Mein Ferritinwert lag an der unteren Normgrenze. Für viele völlig unauffällig. Für mich? Zu niedrig. Er müsste deutlich höher sein, um überhaupt stabile Leistungsfähigkeit zu ermöglichen.

Und plötzlich ergibt vieles Sinn. Genau darauf gehe ich im nächsten Beitrag genauer ein: Welche Werte kontrolliert wurden – und wo die eigentlichen Defizite lagen.

Struktur statt Zufall

Aktuell arbeiten Basti und ich vor allem an:

  • Zeitmanagement 
  • Routinen 
  • kontinuierlicher Ernährung 

Gerade die Ernährung ist eine der größten Stellschrauben. Und dann ist da noch das Thema Hormone. Ein Versuch, künstlich zu stabilisieren, ist gescheitert. Mein Körper reagiert hier extrem sensibel. Also auch hier: Individuelle Lösungen statt Standard.

Gemeinschaft als echter Booster

Ein echtes Highlight war unser Teamwochenende. Fast der ganze Verein war da. Gemeinsame Ausfahrt. Gemeinsame Zeit.

Und ich habe gemerkt: Ich bin wieder drin. Nicht im Leistungsmodus. Sondern im Gefühl. Dazu wird es einen eigenen Blogbeitrag geben – genauso wie zum Wörthersee. Dort war übrigens auch Rebekka zum ersten Mal als Teampartnerin dabei und wird ihre Perspektive teilen. Reinschauen lohnt sich also.

Und plötzlich wirkt Afrika wieder erreichbar

Das vielleicht Schönste an allem: Ich bekomme meine Freude am Sport zurück. Es fühlt sich nicht mehr an wie eine zusätzliche Aufgabe. Sondern wie etwas, das mir Energie gibt. Und plötzlich wirkt auch mein großes Ziel wieder greifbarer: Afrika. Nicht als Druck. Aber als Möglichkeit.

Mein Fazit

Ich bin noch nicht da, wo ich hin möchte. Aber ich bin wieder unterwegs.

Nicht schneller. Aber klarer.
Nicht härter. Aber stabiler.

Und vielleicht ist genau das der entscheidende Unterschied: Ich trainiere nicht mehr gegen mich. Sondern mit mir.

Und ganz ehrlich? Das Leben fühlt sich gerade wieder ein Stück leichter an 😊

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