Zweites Etappenrennen. Diesmal gibt es keine Ausreden mehr!
Der Trainingsrückstand ist zwar immer noch da, aber sicherlich nicht mehr so groß wie noch in Andalusien. Beim Laufen humple ich auch immer noch, doch jetzt sind ja schon 3 1/2 Monate um nach dem Sturz! Also auf geht’s.




Etappe 1
Am 1. April reisen Martin und ich an und am 2. besichtigen wir schon einen Teil der ersten Etappe! Alles was wir besichtigen, ist gut fahrbar und wir haben Spaß auf der tollen abwechslungsreichen Tour!
Am 3.4. wird es dann ernst! Wir fahren von unserem Wohnort San Antoni zum Start nach Ibiza Stadt, sind rechtzeitig da und stellen uns in den Startblock 5 Team AK 50. Fast ganz hinten, nur noch Solo und E-Bike Fahrer starten hinter uns. Ein riesiges Starterfeld! Wir hätten nie gedacht, dass so viele Fahrer hierher nach Ibiza verirren.
Der Startschuss fällt und die Profis gehen als erst auf die Strecke, anschließend im Minutentakt die weiteren Blöcke. Das gefällt uns sehr gut, denn es entspannt den Startstress gewaltig. Auch ein kleiner Anstieg noch in der City entzerrt das Fahrerfeld!
Auf der schönen Strecke geht es über Schotterstrecken, Betonrampen und nach ein paar km dann auch in die flowigen Singeltrails! Wir kommen gut voran und drücken kräftig aufs Pedal. Der Puls ist schon am Anschlag, als wir zum ersten richtig anspruchsvollen Downhill kommen. Hier stehen wir dann etwas unerwartet im Stau, denn einige wenige Fahrer sind mit der Strecke überfordert und tragen ihre Bikes nach unten und produzieren so einen Stau. Als wir unten sind, geht es wieder zügig voran. Es dauert dann aber doch ziemlich lange, bis wir das Ende der flotten Fahrer erreichen.
Es folgen schöne Trails und als wir uns dem Ziel in Sant Antoni nähern, kommen wir auch wieder auf die Strecke, die wir schon abgefahren sind. Ein Singletrail im ausgetrockneten Bachbett, dann noch ein paar km auf asphaltiertem Untergrund und entlang der Uferpromenade!
Ziel erreicht! Jippy – aber ich muss feststellen, dass ich doch ziemlich im A… bin.
Wir sind auf Platz 4 gelandet. Platz 4 ist zwar eigentlich scheisse, aber wenn man nur unter die Top 10 kommen möchte, dann ist Platz 4 ganz hervorragend!
Die Zielverpflegung besteht nicht nur Kuchen, Obst und Nüssen, sondern wartet sogar noch richtig mit Pasta und Salat auf!
Etappe 2
Am zweiten Tag werden wir mit dem Bus zum Start nach Santa Eulària gebracht und fahren uns dort an der Uferpromenade warm. Der Start erfolgt wieder in Blöcken.
Olaf Nütsche erzählte uns noch, dass es auf der Strecke einige hochgradig technische Abschnitte gibt und man eventuell in einigen Passagen besser schieben sollte. Und so kommt es dann auch, an den heftigsten Stellen müssen wir vom Rad. Man müsste schon genau wissen, wo die Ideallinie entlang läuft, um sicher durch zu kommen. Ich bin ziemlich froh, als wir die Passagen hinter uns haben.
Martin unterstützt mich wo er kann. Er fährt immer vorne und schiebt auch ab und zu. Bei mir geht einfach nicht mehr. Meine Uhr hatte ja auch schon morgens gesagt, das ich unbedingt einen Ruhetag einlegen soll.
Im Ziel angekommen reihen wir uns wieder auf Platz vier ein! Mit einem stärkeren Fahrer wäre Martin sicherlich aufs Podium gefahren.
Zielverpflegung ist wieder genial!
Etappe 3
Weiss noch nicht wie ich die Etappe überstehen soll! Brauche nicht einen Ruhetag, sondern eine Ruhewoche. Und so passiert es, das schon kurz nach dem Start viele Fahrer an uns vorbeiziehen und ich nichtmal im Windschatten auch nur annähernd mitfahren kann.
Aber es kommt noch schlimmer! Meine Hinterbau-Achse dreht sich mal wieder nach außen und wir müssen stoppen. In dem Moment fällt sie auch ganz aus dem Rahmen. Wir können aber alles wieder zusammenbauen und weiter geht’s.
Dann plötzlich Stau. Vor uns geht’s runter zur Bachdurchquerung und auf der anderen Seite sehen wir, wie die Fahrer ihre Räder die nächsten 50hm hochschieben müssen. Es geht kaum voran. Scheibenkleister, denn die ca. 20 Fahrer, die uns bei der Reparatur überholt haben stehen jetzt vor uns in der Schlange!
Irgendwann sind aber auch wir wieder auf fahrbarem Terrain. Besser wird es aber nicht mehr, meine Akkus sind tiefentladen und es folgt der steilste nicht aufhören wollende Anstieg. Treten, treten, und nochmals treten, denn müsste man anhalten, käme man sicherlich nicht mehr in Gang. Martin findet jetzt sogar Zeit ein Foto von der genialen Küstenlandschaft zu machen.
Im Ziel angekommen heißt es, fertig machen für die Party, denn es gibt Freibier! Ach so, da war ja noch das Ergebnis: heute Platz 6 und gesamt fallen wir auf Platz 5 zurück. Party-Stimmung kommt nur bedingt auf, die Fahrer sind entweder zu kaputt zum Feiern oder zu sehr Sportler. Ich versuche mit Martin mitzuhalten, aber auch hier bin ich komplett überfordert…
Fazit: Super tolles Rennen, was man mal gefahren haben sollte.
