Strukturiertes Training mit professioneller Unterstützung
Am Ende einer Saison lohnt sich immer ein Rückblick auf das vergangene Sportjahr. Hierbei sind mir für die Saison 2025 wieder viele Fragen durch den Kopf gegangen. Was habe ich erreicht? Was waren meine persönlichen Highlights? Was lief gut? Und auch was lief weniger gut – was kann ich verbessern? Was möchte ich für das neue Jahr bzw. für die neue Saison ändern? Aber erst einmal der Reihe nach.
Rückblick auf die Saison 2025
Beim Blick zurück habe ich ganz viele tolle Erinnerungen. Das erste Rennen war der Marathon in Willingen. Leider war dieses aus sportlicher Sicht nicht erfolgreich. Ich hatte mich für die lange Strecke angemeldet und war leider bereits nach der zweiten von drei Runden körperlich angeschlagen, so dass ich mit einem DNF ins Ziel gefahren bin.
Im Juli hat die Salzkammergut Trophy stattgefunden. Im Vorfeld habe ich mich überreden lassen, auch auf die lange A-Strecke mit 205 km und 7.000 Höhenmeter zu gehen. Für mich als Hobbyradfahrer eigentlich keine gute Idee. Trotz bescheidener Vorbereitung stand ich tatsächlich um 5:00 Uhr in Bad Goisern am Start. Ein harter Tag im Sattel. Jedes Zeitlimit wurde zum Zitterspiel, aber irgendwie schaffte ich alle Limite, wenn auch nur um wenige Minuten. Grenzen wurden überwunden und ich erlebte, was ein starker Wille alles erreichen kann. Nach 16:40 Stunden überquerte ich mit mehr als 1.000 frenetisch abfeiernden Zuschauern mit Bengalos in den Händen überglücklich die Ziellinie. Dies war die emotionalste Zieleinfahrt meines Lebens – mehr geht nicht.
Im August stand dann noch das Swiss Epic, ein Etappenrennen über 5 Tage in der Schweiz auf dem Programm. Dieses Rennen wird im Zweierteam gefahren. Klaus und ich hatten jede Menge Spaß. Die Landschaft sowie das Panorama im Engadin waren grandios. Das Rennen war für mich dennoch super hart und ich war überglücklich, als wir nach 5 Tagen gesund im Ziel angekommen waren.
Zur Salzkammergut Trophy und zum Swiss Epic gibt es ausführliche und lesenswerte Blogs.
Fazit zur Saison 2025
Mit den erreichten Ergebnissen bin ich sehr happy. Dennoch war die jeweilige Vorbereitung auf alle drei Events nicht optimal. Mit Blick auf das absolvierte Training muss ich feststellen, dass ich vom Trainingspensum her für meine Verhältnisse mit 5-8 Stunden ordentlich unterwegs war. Das Hauptproblem war sicherlich, dass ich bisher immer nach Lust und Laune ohne Struktur trainierte. Dadurch habe ich auch nie bewusst auf die Erholung geachtet, sondern das Training von den verfügbaren Zeitslots abhängig gemacht.
Auch die Trainingsintensität habe ich nie bewusst gesteuert. Rückblickend war diese sicherlich deutlich zu hoch. Viele Trainings waren rund 1-1,5 Stunden lang und haben sich sehr geähnelt, dadurch habe ich zu selten neue Impulse gesetzt.
Mit diesen Erkenntnisse wundere ich mich nicht über den Ablauf der Saison. In Willingen hatte ich nicht die Kraft für mehr als 4 Stunden auf dem Bike. Bei der Salzkammergut Trophy frage ich mich heute noch, wie ich es überhaupt ins Ziel geschafft habe. Mein Körper war anschließend sehr ausgelaugt, sodass ich erstmal mit einer Erkältung zu kämpfen hatte und ich dadurch 5 Wochen später bei der Swiss Epic angeschlagen an der Startlinie gestanden habe. Dennoch bin ich sehr stolz auf das Erreichte in der Saison 2025.
Neue Impulse für 2026
Was kann und vor allem was möchte ich für die neue Saison 2026 ändern? Mit dieser Frage habe ich mich im letzten November ausführlich beschäftigt. Ich habe mich zudem mit der Trainingsbibel für Radsportler von Joe Friel auseinandergesetzt. Dort wurde mir bewusst, dass ich bei meinem bisherigen Training – aus wissenschaftlicher Sicht – nahezu alles falsch gemacht habe. Aber ich hatte immer Spaß an meiner Leidenschaft, sowohl im Training als auch bei den Rennen, und konnte (bis auf drei Rennen) alle Events in den letzten 10 Jahren finishen. Also hatte mein Training doch irgendwie immer etwas gebracht.
Ich stellte mir die Frage, was würde passieren, wenn ich nun Qualität in das Training integriere? Welche Fortschritte kann ich erzielen? Je mehr ich mich mit diesen Fragen beschäftigte, desto mehr kam die Neugierde. Die Entscheidung wurde schnell getroffen – ich probiere es aus. Aber wie sollte ich das nun machen? Für mich war es keine Lösung, selber einen Trainingsplan auszuarbeiten, da mir das Hintergrundwissen fehlt. Einen standardisierten Trainingsplan zu kaufen oder im Internet abzurufen, machte für mich ebenso keinen Sinn. Der nächste Gedanke war, mir einen Plan mit ChatGPT oder einer App erstellen zu lassen, der auch dynamisch angepasst werden konnte. Nach etwas Recherche hat sich dies nicht gut angefühlt.
Alle genannten Alternativen wären kostengünstig gewesen, passten allerdings nicht optimal zu mir und meinen Bedürfnissen. Somit habe ich mich dazu entschieden, mit einem Trainer zusammenzuarbeiten. Ich kannte niemanden, daher begann erneut eine Recherche im Internet. Auf den verschiedenen Homepages werden unterschiedliche Trainingskonzepte angeboten, die ich nicht beurteilen konnte. Marc konnte mir weiterhelfen und hat mir seinen Trainer (Bastian von DYMANCE) weiterempfohlen.
Start mit dem strukturiertem Training
Zunächst habe ich mit Bastian ein Telefonat und ein digitales Meeting geführt. Mir war es wichtig, dass wir menschlich zusammenpassen und dass er sich auf mich, meine Ziele und meine Erwartungen einstellen kann. Ich möchte auf keinen Fall mit dem strukturierten Training die Freude am Radfahren verlieren. Wenn das passieren würde, dann wäre das Projekt für mich sofort beendet.
Die beiden Analysegespräche waren sehr zielführend und sowohl er als auch ich freuen uns auf die Zusammenarbeit. Bastian macht für mich nun die individuellen Trainingspläne, die jede Woche auf die vorhandenen Zeitressourcen abgestimmt sind. Die Trainingspläne erhalte ich jeden Montag für die kommende Woche über Trainingspeaks. Start war der 01.12.2025.
Erste Erkenntnisse nach 8 Wochen
Die einzelnen Trainingswochen sehen in der Regel 4-5 Radeinheiten und zudem Kraft- und Stabilitätseinheiten vor. Die Radeinheiten absolviere ich derzeit indoor über Zwift. Hier kann ich schon deutliche Unterschiede zu meinem früheren Training feststellen. Die Intervalle sind viel weniger intensiv und es wird viel mehr auf Grundlagenarbeit geachtet. Zudem sind die Erholungsphasen deutlich ausgeprägter. Ich fühle mich dadurch nur sehr selten erschöpft. Bisher gelingt es mir auch sehr gut, die Einheiten wie geplant zu absolvieren. Einzelne Einheiten werden auch mal getauscht, da sich der persönliche Zeitplan ändert.
Ende Dezember hat mich eine hartnäckige Erkältung erwischt, sodass hier das Training wieder nach meinem Gesundheitszustand angepasst wurde und langsam aufgebaut wurde. Ich finde es super, dass ich mir nun keine Gedanken mehr machen muss, sondern mich einfach mit großem Vertrauen darauf verlassen kann, dass der Experte das Training passend für mich anpasst. Das Kraft- und Stabilitätstraining fällt mir noch sehr schwer, da ich zum einen in der Vergangenheit diesbezüglich nie aktiv war und weil ich zum anderen diese Einheiten noch nicht so konsequent durchziehe, wie die Radeinheiten. Ich gebe es zu, es macht mir halt wenig Spaß. Hier kann und sollte ich mich auf jeden Fall noch verbessern.
Als Fazit kann ich nach 8 Wochen für mich festhalten, dass ich sehr viel Spaß an dem strukturiertem Training habe und dass ich mich auch darauf einlassen kann. Die bisherige Zusammenarbeit mit Bastian läuft hervorragend und ich bin sehr gespannt, welche leistungstechnischen Fortschritte ich dadurch erreichen werde.
Was steht in der Saison 2026 an?
Für 2026 stehen für mich wieder einige Events auf der Agenda. Anfang Mai starte ich zum ersten Mal beim Marathon in Riva del Garda, bevor es zum wiederholten Male Ende Mai zum Bikefestival nach Willingen geht. Anfang August plane ich den erstmaligen Start beim Erzgebirgsmarathon in Seiffen. Das Saisonhighlight findet dann Mitte September bei der Marathon-WM in den Dolomiten statt. Somit gibt es genügend Gelegenheiten für mich herauszufinden, wie erfolgreich die Trainingsstruktur bei mir wirkt.
… ich werde berichten!




Beim Lesen der Zeilen zur Salzkammerguttrophy bekomme ich sofort schwitzige Hände und Herzrasen. Was eine grandiose Erinnerung.
ich bin gespannt wie es weiter geht -:)