Der Winter in Deutschland war lang, kalt und für den ambitionierten Hobbyradfahrer nur bedingt geeignet, um eine solide Form für die kommende Saison aufzubauen – zumindest dann, wenn man nicht das Glück hat, einen Rollentrainer zu besitzen. Schnee, Eis und niedrige Temperaturen haben das Training im Freien doch erheblich erschwert.
Zum Glück gibt es das sogenannte 17. Bundesland: Mallorca. Die Insel des ewigen Frühlings ist im Frühjahr ein beliebtes Ziel für Radsportler, die dem grauen Wetter in der Heimat entfliehen wollen.
Axel und ich hatten früh geplant, gebucht und mit Marcus und Jens schnell passende Mitstreiter gefunden. Voller Vorfreude machten wir uns in der zweiten Märzwoche auf den Weg in die vermeintlich warme Sonne der Baleareninsel – so zumindest die Vorstellung.
Was jedoch niemand ahnen konnte: Genau zu diesem Zeitpunkt stellte sich die Großwetterlage in Deutschland um. Plötzlich herrschte dort Frühling – mit angenehmen zweistelligen Temperaturen, Sonnenschein und blauem Himmel. Und Mallorca? Zeigte sich pünktlich zu unserer Ankunft von seiner rauen Seite. Leichter Regen, graue Wolken und Temperaturen im unteren einstelligen Bereich sorgten für einen eher frostigen Empfang. Auch die Wetterprognosen für die Woche versprachen zunächst wenig Besserung.
Doch glücklicherweise kam es anders: Das Wetter stabilisierte sich, und wir konnten die Regenjacken im Gepäck lassen. In kurzer Tights, Trikot und Armlingen gingen wir schließlich doch unseren Trainingseinheiten nach. Meist in Viererformation rollten wir abgesehen von kleinen Tempoeinlagen überwiegend in moderatem Tempo durch die Inselmitte und genossen die Freiheit auf zwei Rädern. Der obligatorische (Käse)Kuchenstopp etwa zur Halbzeit eines jeden Trainings, durfte natürlich nicht fehlen – genauso wenig wie der Café con leche, der für zusätzliche Motivation sorgte.
Unsere Touren bewegten sich zwischen 60 und 150 Kilometern, gespickt mit bis zu 2.500 Höhenmetern. Dabei durchquerten wir die Insel kreuz und quer und nahmen auch Klassiker wie die Küstenstraße, den Puig Major, Petra und weitere bekannte Spots unter die Räder.
Marcus, als Mallorca-Neuling, hielt sich dabei bemerkenswert souverän im Feld und blieb konstant am Hinterrad. Axel hingegen schien heimlich in einen Zaubertrank gefallen zu sein: Seine Form steigerte sich von Tag zu Tag, bis er gegen Ende der Woche kaum noch zu bremsen war.
Jens startete wohnsitzbedingt mit vergleichsweise wenigen Radkilometern aus dem Winter, was sich jedoch kaum bemerkbar machte. Seine Skitouren und Langlaufeinheiten zahlten sich offensichtlich aus – Schwächen waren jedenfalls nicht auszumachen. Ein interessantes Zeichen, wie sich unspezifisches Training aufs Radfahren auswirken kann.
Ich selbst bin mit einer guten Ausgangsform angereist und konnte diese im Verlauf der Woche weiter ausbauen. Die ersten Einheiten nach der Rückkehr bestätigen bereits einen deutlichen Formschub.
Unterm Strich bleibt: Ein Trainingslager auf Mallorca lohnt sich immer. Die Kombination aus dem Tramuntana-Gebirge und den ruhigen Straßen der Inselmitte macht jede Einheit zu einem Erlebnis.
Jetzt gilt es, die Form weiter zu schärfen – und in den kommenden Wettkämpfen zu zeigen, was wirklich in ihr steckt.













…mal wieder schön geschrieben großer Bruder. Vielleicht haben die täglichen Rote Beete vom abendlichen Salatbuffet meine Form gepusht.