Nicht einmal eine Woche nach dem Ötztaler Radmarathon steht bereits die Vereinsmeisterschaft von Coffee & Chainrings auf dem Programm.

Austragungsort ist der 15. Drei Täler Marathon in Titmaringhausen
Terminlich ist das Rennen eher nicht für Höchstleistungen prädestiniert. Geografisch liegt Titmaringhausen allerdings praktisch vor der Haustür. Große Chancen, bei der Vergabe der Podestplätze eine Rolle zu spielen, rechne ich mir trotzdem nicht aus. Schließlich befindet sich mein Körper noch irgendwo zwischen „Regeneration läuft“ und „Was genau soll das eigentlich schon wieder?“.
Trotzdem entscheide ich mich für einen Start und melde mich für die Kurzstrecke an: 35 Kilometer und 1.000 Höhenmeter im Sauerland sollten knapp eine Woche nach dem Ötztaler machbar sein. Zumindest theoretisch. Und mein Körper hat bei der Planung ja kein Mitspracherecht.
Aufgrund von Terminüberschneidungen und diversen Unpässlichkeiten reisen wir bereits mit einer reduzierten Mannschaft an. Kurzfristig schlägt dann auch noch die Krankheitskeule zu, sodass am Ende lediglich sechs aktive Coffee-&-Chainrings-Starter an der Startlinie stehen: drei auf der Kurzstrecke und drei auf der Mittelstrecke.
Für mich ist es die erste Teilnahme am Drei Täler Marathon
Ich erwarte das typische Sauerland-Schottergeballere und trete nach dem Start beherzt in die Pedale meines Specialized Epic. Völlig überraschend quittieren meine Oberschenkel die Aufforderung, Leistung zu erzeugen, mit einem ausgesprochen guten Gefühl. Da ist tatsächlich ordentlich Schub vorhanden. Die Einführungsrunde über 6,5 Kilometer absolviere ich in rund 22 Minuten. Für meine Verhältnisse bin ich damit mehr als zufrieden. Auf dem Tacho stehen für den aktuellen körperlichen Zustand erstaunlich ordentliche Wattwerte.
Der Blick auf die Konkurrenz relativiert das Ganze allerdings ziemlich schnell. Der Führende auf der Langstrecke absolviert dieselbe Runde in gerade einmal 16 Minuten. Sechs Minuten schneller. Das ist ungefähr der Moment, in dem ich mir selbst die Frage stelle, ob ich hier gerade tatsächlich ambitioniert Mountainbike fahre oder doch eher als touristischer Beobachter auf einem Specialized Epic unterwegs bin. Hanswurst, setzen. Also zurück zu den eigenen Wattwerten und aufhören, nach vorne zu schauen.
Es geht auf die Hauptrunde. Ein paar Trails, nette Abfahrten, jede Menge Sauerland-Schotterweggeballere und zwei Gels später steht die Uhr bei 1:52 Stunden. Ich rolle ins Ziel. Und bin ehrlich gesagt ziemlich zufrieden mit mir. Es kam dann doch deutlich mehr Leistung aus meinem Körper, als ich nach dem Ötztaler und gerade einmal sechs Tagen Regeneration erwartet hatte. Das Rennen hat Spaß gemacht, die Beine haben funktioniert und vor allem war die Erkenntnis schön, dass offenbar doch noch etwas Saft im System steckt.
Damit bin ich zunächst einmal Erster von Coffee & Chainrings auf der Kurzstrecke. Jetzt heißt es warten. Denn die eigentliche Vereinsmeisterschaft ist natürlich noch lange nicht entschieden.
Hochkomplexe Berechnungsformel
Traditionell fahren wir die Vereinsmeisterschaft nämlich nicht auf einer festgelegten Runde aus. Jeder darf selbst entscheiden, welche der angebotenen Strecken er fährt. Damit anschließend trotzdem eine seriöse und wissenschaftlich belastbare Rangliste entsteht, kommt je nach Austragungsort eine hochkomplexe individuelle Berechnungsformel zum Einsatz.
Verantwortlich dafür ist unser Vereins-Superhirn Tim. In die Berechnung fließen unter anderem Streckenlänge, Fahrzeit, Medianzeiten vergangener Jahre, individuelle Fatigue, die aktuelle Sternenkonstellation sowie mindestens eine streng geheime Komponente ein, deren Existenz vermutlich selbst Tim nicht vollständig erklären kann. Das Verfahren ist jedenfalls so kompliziert, dass niemand auf die Idee kommt, es infrage zu stellen.
Long story short: Ich habe es tatsächlich aufs Podest geschafft und beende die Vereinsmeisterschaft 2026 auf dem 3. Platz. Ganz knapp hinter unserer Neuverpflichtung Max, der sich den 2. Platz sichern konnte. Ein wirklich starker Einstand von Max.
Und damit ist auch das Ziel für 2027 eindeutig definiert: Max, Du wirst meinen heißen Atem im Nacken spüren. Vermutlich ungefähr bis zum ersten Anstieg. Danach schauen wir mal.




Gemütliches Beisammensein
Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein wird dann gut gegessen, viel gescherzt und natürlich werden bereits die ersten Pläne für die kommende Saison geschmiedet.
Damit geht eine rundum gelungene Vereinsmeisterschaft 2026 zu Ende. Nicht nur sportlich, sondern auch menschlich war es wieder ein richtig schöner Tag mit Coffee & Chainrings.
Für einen Teil der Mannschaft ist die Saison damit allerdings noch nicht vorbei. Einige der Anwesenden machen sich direkt weiter auf den Weg nach San Martino di Castrozza, wo in diesem Jahr die Marathon-Weltmeisterschaft stattfindet. Und natürlich ist auch Coffee & Chainrings dort mit von der Partie.
Die nächste Runde ist also bereits eingeläutet.










