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Ein hochkarätiges internationales Feld von 1.800 Fahrern trat auf den schönsten Schotterpisten der Provinz Luxemburg um den Europameistertitel in der Elitekategorie und in verschiedenen Altersklassen an.

Houffalize ist das Mekka des Schottersports in Belgien. Seit 2021 wird dort jährlich Houffa Gravel ausgetragen, ein Rennen, das zu einer regelmäßigen Qualifikationsrunde für die Gravel-Weltmeisterschaften geworden ist. An diesem Sonntag wurde Houffa Gravel einmalig zur Bolero UEC Gravel Europameisterschaften 2026, die wiederum Teil der Gravelking UCI Gravel World Series ist. Daher diente die Europameisterschaften auch als Qualifikationsrennen für die UCI-Gravel-Weltmeisterschaften 2026, die am 10. und 11. Oktober in Nannup, Australien, stattfinden.

Bolero UEC Gravel Europameisterschaften

Unmittelbar nach dem Start mussten die Fahrer die Côte de Saint-Roch bewältigen. Dieser entscheidende Anstieg gibt den Ton an und taucht später in der folgenden Runde wieder auf. Unterwegs schlängelt sich die Strecke durch wunderschöne Schotterabschnitte der Ardennen auf schönen, aber auch anspruchsvollen Waldwegen. Etwa 70 Prozent der Strecke sind unbefestigt. Die Runde ist 47 km lang und bietet 790 Meter Höhenunterschied. Je nach Kategorie fahren die Fahrer ein, zwei oder drei Runden.

In meiner Altersklasse durften wir nur zwei Runden fahren, also 94km mit 1580hm. Hatte mir viel vorgenommen und stand hochmotiviert in der ersten Reihe meines Startblocks! Mit dem Startschuss ging es gleich ins Eingemachte mit dem 850 m langen Anstieg mit Steigungen von bis zu 18 % – ich schockiere alle und sprinte in den Anstieg. Oben angekommen ist nur noch der Brite Roy Chamberlain kurz vor mir und Udo Bölts an meinem Hinterrad. Zu meinem Entsetzen kann der Brite auf den letzten Höhenmetern ein kleines Loch aufreißen und Udo springt auch noch hin. Mir fehlen die Körner, da ich schon die ganze Zeit am Anschlag war. Hoffe darauf, in den folgenden Kilometern das Loch wieder zuzufahren. Doch dem ist nicht so, da die beiden für mich zu schnell sind.

Ich muss eher zusehen, das ich mit dem Österreicher Axel Strauß und einem weiteren Fahrer mitfahren kann. Das klappt auch ziemlich lange gut, doch nach ca. 35 km stehe ich plötzlich allein im Wind. Woran hat es gelegen? Nach jedem Überholmanöver vor uns gestarteter langsamerer Altersgruppen muss man wieder zu seiner Gruppe aufschließen – und das gelang mir irgendwann nicht mehr.

Nach ein paar technischen Passagen und Bachdurchquerungen nähere ich mich dem Ende der ersten Runde, wohlwissend, dass dann auch gleich wieder der fürchterliche Anstieg folgt. Ziemlich im Eimer, kommen dann auch noch die Elite Frauen von hinten und bringen 3 weitere Fahrer meiner Altersgruppe im Schlepptau mit. Ich kann nur kurz folgen und im Kopf kreisen die Gedanken, dass ich jetzt ganz weit nach hinten durchgereicht werde. Dem ist zum Glück nicht so, denn der Satz in meinem Gedanken von Udo Bölts zu Jan Ulrich „Quäl dich du Sau“ weckt verborgene Kräfte in mir! Plötzlich kann auch ich einer schnelleren Frauengruppe folgen und auch noch einen meiner Altersklasse überholen.

Leider drängeln sich andere Fahrer in die Gruppe, die dann in den technischen Passagen die Gruppe auseinanderfliegen lassen!

Kämpfe mich am Limit fahrend bis ins Ziel und komme als 7. an! Freuen oder traurig sein? Klar ist es schade, dass ich das Podest verpasst habe, aber mit dem 7. Platz kann ich leben! Nächstes Jahr komme ich in eine neue Altersklasse und werde erneut angreifen.

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