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Das Wochenende war natürlich im Ar***** – obwohl das Rennen richtig Bock gemacht hat und ich mit meinem Teampartner Marc eine starke Performance gezeigt hatte. Das noch viel größere Problem war jedoch: in gut zwei Wochen sollte die ATT starten – wo ein Rad herbekommen?! Viele meiner tollen Radfahrfreunde boten mir Hilfe an und wollte mir Ihre Räder leihen – aber es wäre ja nicht das gleiche gewesen…

Doch das Glück war auf meiner Seite und im Raum Stuttgart war ein Scott Spark zu erwerben.

Also fuhren meine Eltern und unser jüngster Sohn Hugo am Montag ohne ein Fahrrad auf dem Heckträger in Richtung Schladming. Ich kann euch sagen: Das ist ein ganz komisches Gefühl. Beim Händler in Stuttgart lief alles glatt und ich konnte am Abend mein neues Spark in Empfang nehmen. Nach einigen kleinen Umbauten (Wattmesskurbel gewechselt, andere Griffe montiert, Flaschenhalter) konnte ich auf dem Campingplatz unserer Zwischenübernachtung auf der Schwäbischen Alb die ersten Meter auf dem neuen Gefährt machen.

Nach ein paar Einrollrunden rund um Schladming knallte dann am Donnerstag um 10 Uhr der Startschuss für mich und meinen Teampartner Marc.

Wir hatten uns dazu entschieden, in der Duo-Kategorie zu starten. Das Wetter war ideal und die erste Etappe war mit 60 km und knapp 2.000 hm wie gemalt. Nach einem kurzen Anstieg mit rasanter Abfahrt folgte der Hauptteil der Kletterpartie zur Krummholzhütte auf 1.800 m. Doch schon nach knapp der Hälfte des Anstiegs merkte ich: irgendwas stimmt bei mir nicht. Ich bekam immer weniger Druck aufs Pedal und es kündigten sich die ersten Krämpfe an.

Ich hatte den alten Anfängerfehler gemacht und war am ersten Anstieg über meine Verhältnisse gefahren. Das rächte sich jetzt. Trotz massivem Geleinsatz quälte ich mich die restlichen Höhenmeter hinauf. Marc unterstützte mich toll und wartete – aber ich hatte mich schlicht und ergreifend grau gefahren. Die lange Abfahrt brachte eine kleine Linderung, aber im letzten Gegenanstieg des Tages war ich einfach nur fest…

Im Ziel erwartete uns Nicole mit der restlichen Crew und wir konnten uns trotz der Krampfprobleme über eine soliden 5. Platz freuen.

Die zweite Etappe stellte mit 64 km und 2500 Höhenmetern die Königsetappe der ATT.

Ich war durch die Krämpfe des Vortages vorsichtig und bin streng nach Puls und Wattmesser gefahren – nur nicht wieder grau fahren. Langsam, aber konstant „Dieselten“ wir voran und erreichten nach knapp 2 Stunden die Türlwandhütte – den höchsten Punkt des Tages auf 1700m. Aber irgendwie fühlte sich mein Rad „schwammig“ an. Also runter vom Rad und gefühlt – und tatsächlich hatte sich der Steuersatz gelöst. Also Multitool raus und schrauben. Zeitverlust ca. 5 Minuten.

Die anschließende lange Abfahrt machte richtig Spaß. Teils auf Trails, teils auf Schotter vernichteten wir gut 400 hm. Die restliche Etappe verlief ereignisarm – wobei meine Beine immer besser in Schwung kamen. Ich deutete das mal als gutes Zeichen und wir konnten uns im Ziel erneut über den 5. Platz freuen.

Die dritte Etappe hatte die Reiteralm als Ziel.

Mit 59 Kilometern und ebenfalls knapp 2.500 Höhenmetern war die Strecke nur leicht kürzer als der Vortag. Das Wetter war mal wieder fantastisch. Meine Beine fühlten sich erstmals gut an und wir konnten dem flotten Tempo des Feldes gut folgen. Um uns herum die Teams, die in den letzten Tagen immer die Plätze zwei bis vier belegt hatten. Am zweiten langen Anstieg des Tages konnten wir das Tempo nochmals verschärfen und fuhren zeitweise auf den virtuellen zweiten Rang vor. Bei der zweiten Verpflegungsstelle auf der Reiter Alm lagen wir auf Rang drei.

Nun folgte eine lange Abfahrt und bis zum Ziel folgten nur noch zwei kürzere Gegenanstiege. Im ersten Anstieg schlossen unsere Mitbewerber um Platz drei auf und konnten eine Lücke zu uns reißen. Wir warfen nun alles in die Waagschale und konnten den Rückstand in Grenzen halten. In der Zwischenabfahrt schlossen wir auf und übernahmen unsererseits die Führung. Ich sagte zu Marc: „Wenn wir es irgendwie schaffen im letzten Anstieg vorne zu bleiben und als erstes Team in die Trailabfahrt Richtung Stadion zu gehen, sind wir auf dem Treppchen“. Gemeinsam feuerten wir die letzten Körner aus dem Tank – 250 Höhenmeter CC Tempo Anschlag.

Mit einem hauchdünnen Vorsprung bogen wir auf die Trailabfahrt ein und kamen mit einer knappen Minute Vorsprung ins Ziel. Unsere Freude kannte keine Grenzen.

Die letzte Etappe der ATT stellte ein Bergzeitfahren auf die Planai dar.

11 Kilometer und 1.100 Höhenmeter waren zu bewältigen. Gestartet wurde in Abständen von je 20 Sekunden und unsere Startzeit war für 09:44 Uhr festgelegt worden. Im Gesamtklassement waren wir weiterhin auf dem 4. Rang, wobei der Rückstand zum dritten Platz mehr als zehn Minuten betrug – also recht unrealistisch hier noch etwas zu reißen.

Aber wir hatten vom Vortag Blut geleckt und ich sagte noch beim Warmfahren zu Marc: „Wenn wir gleich eine ähnliche Performance an den Tag legen wie gestern, können wir nochmal aufs Stockerl fahren“. Also alle Ventile auf und mit Vollgas in den Berg. Vom Vorjahr wusste ich schon: das dicke Ende kommt bei diesem Zeitfahren zum Schluss. Die ersten 7-8 Kilometer sind recht „zahm“ und laufen wirklich gut weg. Aber das letzte Drittel der Strecke hat es in sich. Hier stellen sich die Rampen mit 24 Prozent und mehr in den Weg – teilweise nicht fahrbar. Nach einer Fahrzeit von 01:18 überquerten wir die Ziellinie – wieder als Dritter der Tageswertung.

Fazit: auch wenn es sich komisch anfühlt – man kann auch ohne ein Fahrrad zu einem Etappenrennen fahren und dort eine gute Zeit haben.

Max

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