Coffee & Chainrings war mit fünf Fahrern am Start: Imke, Tim, Mark, Nicole und ich – mit mehr oder weniger großen Ambitionen, vorne mitzumischen!
Ich bin schon am Montag angereist, um mir die Strecke ein bisschen genauer anzuschauen. Am Dienstag fuhr ich ein Teilstück der Strecke, das sich super fahren ließ, da noch alles trocken war. Am Mittwoch jedoch fuhr ich die letzte Abfahrt der Strecke und war ziemlich erschrocken, wie glitschig die vielen Steine dort hinunter sind. Ich hoffte, dass es am Renntag ein bisschen trockener sein würde.

Ebenfalls am Mittwoch fuhr ich den ersten Teil der Strecke, der über den Passo Cereda nach San Martino di Castrozza führt. Auf den ersten 13 km geht es nur bergauf, und das nicht gerade sachte! Da es geregnet hatte, war die Passage nach dem Pass schlammig, von Wasserrinnen durchzogen und mit glitschigen Holzbrücken recht anspruchsvoll. Umso mehr hoffte ich natürlich, dass uns der Wettergott gnädig gestimmt sein und die Strecke wieder abtrocknen würde – am Renntag sollte dann auch die Sonne scheinen.

Die Elite war am Samstag dran: Sebastian Seewald holte sich bei den Männern den Titel, bei den Frauen Anna Weinberger.
Am Sonntag wurden die Masters in fünf Jahresabschnitten, in Blöcken und im Abstand von zwei Minuten, auf die Strecke geschickt. Da die Strecke mit dem langen Anstieg beginnt, entzerrt sich das Feld schnell, sodass es nicht zu allzu starken Stauungen kommt. Ich kurbelte den Anstieg mit hohen Wattwerten hinauf, aber noch nicht mit überzogenen Pulswerten.
Auf dem Weg nach San Martino begann dann meine Kette in den mittleren Gängen zu springen. Hinter San Martino wurde es immer schlimmer, und ich konnte nur noch im kleinsten Gang und in den drei größten Gängen fahren. Das heißt: War es nicht allzu steil, fuhr ich entweder mit einer viel zu hohen Trittfrequenz, oder ich würgte einen viel zu großen Gang die Anstiege hinauf. Die Erlösung kam an einem Servicepunkt. Ich dachte, ich hätte die Kette wechseln müssen, aber es stellte sich heraus, dass sich nur die Schaltung gelöst hatte. Jetzt konnte es weitergehen, aber es war doch etwas Zeit verloren gegangen, und der Körper hatte sich von den unnötigen, hohen Trittfrequenzen und dem Quälen in zu großen Gängen noch nicht richtig erholt.
Die Streckenabschnitte, die ich mir vorher noch nicht angeschaut hatte, waren genau die, die man sich wirklich hätte anschauen sollen – denn es folgten Wurzel- und Steintrails vom Feinsten!
Als die steilen Trails hinab ins Tal kamen, war ich mit meinen Kräften komplett am Ende. In diesem Abschnitt passierte es dann auch, dass meine Arme zum ersten Mal den Geist aufgaben: Ich konnte den Lenker nicht mehr auf Abstand halten, und der Körper landete erst auf dem Lenker und dann auf der Strecke. Ich musste das Tempo herausnehmen, da ich den Downhill nicht mehr im Griff hatte. Als ich unten ankam, machte ich erst mal drei Kreuze, denn es folgte der letzte Anstieg.
Doch leider folgte auch noch der letzte Downhill mit den vielen glitschigen Steinen. Die Sonne hatte die Strecke zwar relativ abgetrocknet, und man hätte ihn eigentlich locker herunterfahren können – doch bei mir ging nichts mehr. Ich stürzte dreimal, weil mir die Kraft in den Armen fehlte. Ich musste schieben, und da tauchte gleich das nächste Problem auf: Diesmal begannen die Beine durch die ungewohnte Bewegung zu krampfen. Ich sage ja immer, Krämpfe kann man einfach wegdrücken – klappt auch, ist aber ziemlich schmerzhaft. Beim Laufen war ich natürlich viel langsamer als die anderen und wurde von vielen weiteren Fahrern überholt.
Im Ziel angekommen, ließ ich meine kleinen Wunden säubern und erfuhr, dass ich in meiner Altersklasse auf Platz 20 gelandet war.
Fazit: Das war einfach zu viel für meinen Körper.
