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Zuletzt durfte ich mir dieses Vergnügen gleich im Doppelpack abholen. Einmal beim Maijlen Sunshine Cup in Winterberg und auf dem wunderbar ehrlichen Waldkurs in Bielstein. Beide Rennen fanden im Rahmen des NRW-Cups statt.

Meine Ausgangslage dafür war, diplomatisch ausgedrückt, sicherlich suboptimal. Wer monatelang auf 24-Stunden-Solo MTB Rennen wie Alfsee, Stöffel Race und zähen Etappenrennen hin trainiert und diese fährt, hat einen Motor wie ein Schiffsdiesel. Bei einem Cross-Country-Rennen wird aber ab der ersten Sekunde verlangt, dass ein Formel-1-Aggregat zur Verfügung steht.

Nach dem Start ab in den ersten Anstieg, dann maximale Laktat-Anhäufung und gefühlt ist das Rennen nach fünf Minuten eigentlich schon gelaufen. Hinzu kommt, dass ich einfach zu schwer bin, aber da hilft kein Rumgeheule über das eigene Systemgewicht, das bei den explosiven Rampen doppelt zuschlägt, also bleibt nur die einzig wahre Option: besser werden,ein paar Kilo abspecken, durchbeißen und draufhalten. Denn trotz allen Leidens auf der Strecke macht dieser Wahnsinn einfach abartig viel Laune.

Dazu kommt die feine Nuance der Verbandslogik: In der Lizenzklasse gibt es die Senioren 2 bis 4 in einer Rennklasse ohne getrennte Wertung. Im Hobbybereich gäbe es die passende Klasse zwar, aber da die Lizenz für die anstehende Cross-Saison ohnehin gesetzt ist und ich mein letztes Jahr in der Masters 3 bestreite, ergibt ein Wechsel ins Hobby-Lager keinen Sinn.

Schaut man abseits der eigenen Schnappatmung über das Flatterband, zeigt der NRW-Cup ein faszinierendes Bild mit zwei Gesichtern. Auf der einen Seite pulsiert die Zukunft, der Nachwuchs lebt. In den Schüler- und Jugendklassen bis hoch zur U17 wuselt es im Fahrerlager, die Starterfelder sind voll, die Eltern nervös und die Kids mit brennendem Ehrgeiz auf dem Kurs. Wenn dann noch Events wie Winterberg hinzukommen, wo echter Sachverstand durch mit Vincent Beckmann, dessen Stimme jedem Eurosport-Weltcup-Zuschauer vertraut ist, und Lukas Hoffmann vom Mountainbike Magazin, durch das Megafon tönt, bekommt die Veranstaltung genau das professionelle Flair, das sie verdient. Gepaart mit dem spürbaren Herzblut und dem Engagement der lokalen Veranstalter steckt hier enorm viel Leidenschaft im Detail.

Auf der anderen Seite bleibt das ewige Rätsel der Erwachsenen-Klassen, dann das German Cycling Problem mit Lizenz und ohne Lizenz. Da kommt die Frage auf: Wie bekommt man wieder mehr Starter an die Startlinie? Die Strecken sind da, das Format ist spektakulär und ehrlich, die Organisation top. XCO ist hart, vielleicht die ehrlichste Disziplin auf Stollen – und genau deshalb gehört dieser Sport nicht nur bejubelt, sondern vor allem gefahren.

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