Unser Südafrika-Abenteuer 2026
Manche Reisen beginnen mit einer spontanen Idee. Andere mit monatelanger Planung, unzähligen offenen Fragen und der allmählichen Erkenntnis, dass ein Mountainbike im Flugzeug mindestens so viel Aufmerksamkeit benötigt wie sein Besitzer.
Vom 30. Oktober bis zum 15. November 2026 sind Nicole und ich in Südafrika unterwegs. Im Mittelpunkt steht das Wines2Whales: drei Renntage vom 6. bis zum 8. November. Davor und danach möchten wir das Land entdecken – seine Landschaften, Menschen und all die kleinen Momente, für die auf einer Ergebnisliste kein Platz ist.
Wir nehmen euch mit, vom ersten Bikebag am Flughafen bis zur Rückkehr nach Hause. Doch die wichtigste Etappe dieser Reise lässt sich weder in Kilometern noch in Höhenmetern messen.
Kapitel 1 – Prolog: Die Reise vor der Reise
Unsere Reise begann allerdings schon drei Jahre früher. Und eigentlich sollte sie damals längst zu Ende gefahren sein. 2023 feierten Nicole und ich unseren 25. Hochzeitstag. Silberhochzeit also. Ein Vierteljahrhundert gemeinsames Leben, und wir fanden, dass ein solches Jubiläum nach einer besonderen Hochzeitsreise verlangte. Romantische Sonnenuntergänge, ein schönes Hotel, vielleicht ein bisschen Wellness? Kann man machen. Wir entschieden uns für die 25. BIKE Transalp.
25 Jahre Ehe. 25. BIKE Transalp. Sieben Etappen voller Höhenmeter, Schweiß und gemeinsamer Erlebnisse.



Die Zahlen passten, die Idee begeisterte uns und selbst die Frage, warum man sich ausgerechnet zur Silberhochzeit freiwillig derart quälen wollte, ließ sich mit einem überzeugten Lächeln beantworten. Bis zur zweiten Etappe. Dort erlitt Nicole einen Hitzeschlag. Und plötzlich spielten weder Höhenmeter noch Etappenzeiten irgendeine Rolle mehr. Unsere ganz besondere Hochzeitsreise war beendet. Nicht mit dem erhofften gemeinsamen Zieleinlauf, sondern mit Sorgen, Ungewissheit und der Erkenntnis, dass sich manche Dinge eben nicht mit Willenskraft und einem gut gefüllten Energiegel-Vorrat lösen lassen.
Die Auswirkungen des Hitzeschlags waren alsbald ausgestanden und dennoch kam es anders als erwartet. Es folgten gesundheitliche Probleme, hohe berufliche Belastungen und immer wieder die Frage, wann und ob das alles wieder so werden würde wie früher, um an das anknüpfen zu können, was einmal Spaß gemacht hat.
Aus Monaten wurden irgendwann Jahre… Und während sich die Welt draußen munter weiterdrehte, andere Rennen fuhren und neue Abenteuer planten, war für uns zunächst etwas ganz anderes wichtig.
Wieder auf die Beine kommen.
Wieder Vertrauen gewinnen.
Wieder nach vorne schauen.
Während ich meinen Kurs mehr oder weniger gradlinig – Rückschläge gibt es immer mal – fortsetzen konnte, musste Nicole sich Stück für Stück zurückkämpfen. Nicht mit einem großen Paukenschlag, nicht über Nacht und schon gar nicht auf einer schnurgeraden Erfolgskurve. Sondern Schritt für Schritt. Mit Geduld, mit Rückschlägen und mit einer Beharrlichkeit, vor der ich mindestens genauso viel Respekt habe wie vor jeder noch so beeindruckenden sportlichen Leistung.
Und jetzt? Jetzt sitzen wir hier, planen unsere Reise nach Südafrika und diskutieren wieder über Fluggepäck, Reifenwahl, Verpflegung und all die anderen herrlich nebensächlichen Dinge, über die man sich als Mountainbiker so wunderbar den Kopf zerbrechen kann.
Wir sind wieder unterwegs. Gemeinsam.
Wines2Whales 2026 ist deshalb für uns mehr als ein weiteres Etappenrennen auf einer ohnehin schon ziemlich langen Liste von Fahrradverrücktheiten.
Es ist die Fortsetzung einer Reise, die 2023 viel zu früh unterbrochen wurde. Wir wollen nicht nachholen, was damals verloren ging. Das lässt sich ohnehin nicht. Und wir müssen auch niemandem etwas beweisen. Wir möchten einfach wieder gemeinsam am Start stehen, die Aufregung vor der ersten Etappe spüren, unterwegs miteinander lachen, vielleicht auch ein bisschen fluchen und am Abend sagen können: Das haben wir heute zusammen erlebt.
Natürlich haben wir auch sportliche Ziele. Wer uns kennt, weiß schließlich, dass wir unsere Startnummern nicht ausschließlich als modisches Accessoire betrachten. Aber diesmal steht hinter der Ergebnisliste noch etwas anderes. Ein Traum, der wieder Platz in unserem Leben gefunden hat.
Wenn Wines2Whales gut verläuft, soll unsere Reise weitergehen. Das Andorra Epic wartet als nächste mögliche Etappe auf uns. Und irgendwo ganz weit hinten am Horizont gibt es diesen Gedanken, vielleicht im Frühjahr 2028 noch einmal nach Südafrika zurückzukehren. Ein Traum, der heute noch ziemlich weit entfernt scheint. Vielleicht sogar ein wenig verrückt. Aber Träume müssen schließlich nicht bereits realistisch sein, wenn man beginnt, sie zu träumen.
Erst einmal wartet Wines2Whales.
Drei Etappen. Zwei Menschen.
Ein gemeinsamer Weg.
Und dazwischen hoffentlich jede Menge Weinberge, vielleicht ein paar Wale und mit etwas Glück nicht ganz so viele Wadenkrämpfe. We are back on track. Nicht, weil alles wieder so geworden wäre wie früher. Sondern weil unsere Reise weitergeht.
Und wie geht unsere Reise weiter?
Noch stehen die Mountainbikes auf heimischem Boden, die Bikebags warten auf ihren Einsatz und die Vorfreude mischt sich zunehmend mit jener leichten Nervosität, die sich einstellt, wenn aus einem lange gehegten Traum plötzlich ein konkreter Reiseplan wird. Bald wird aus Planung Wirklichkeit.
Im nächsten Kapitel nehmen wir euch mit auf unsere Reise nach Südafrika. Vom letzten Kaffee zu Hause über das Abenteuer Fluggepäck bis zu den ersten Eindrücken am anderen Ende der Welt.
Ob Mensch, Material und Vorfreude tatsächlich gemeinsam ankommen?




