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Die schmuddelige Jahreszeit hat begonnen und viele bringen ihre Rennräder und Mountainbikes für den Winter auf den Dachboden. Doch für die ganz Harten beginnt die Saison jetzt erst richtig – und ich bin mittendrin.

Cyclocross-Rennen finden auf Rundkursen mit 2 bis 4 Kilometer Länge statt. Die Fahrer bewältigen Haarnadelkurven, springen über Hindernisse und beweisen auf Schräghängen ihr technisches Können. Gefahren wird auf matschigem oder sandigem Untergrund, je nach Wetter auch auf vereistem Boden oder auf Schnee – kurz: bei jedem Wetter. Wärmende Kleidung wird erst kurz vor dem Start abgelegt, denn trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt wird sofort kräftig geschwitzt, weil die Belastung so hoch ist.

  • Maximale Reifenbreite: 33 mm (wird vor jedem Rennen kontrolliert)
  • Fahrzeiten: 30–60 Minuten
  • Startaufstellung: erfolgt nach einem Punkteschema

Kurz vor dem Start werden die letzten zwei Minuten angesagt, anschließend die letzte Minute. Dann folgt der Hinweis: „In den nächsten 30 Sekunden erfolgt der Pfiff.“ Der Start selbst ist schon oft rennentscheidend: Wer ihn verschläft oder nicht sofort in die Pedale kommt, muss hinterherfahren und um jede Position kämpfen. An den wenigen Überholstellen kann man zwar langsamere Fahrer passieren, doch an gleichstark besetzte Gruppen kommt man kaum noch heran.

Zu Beginn des Rennens wird die Zeit der ersten Runde des Führenden gemessen. Daraus ergibt sich die Rundenzahl, die in der vorgegebenen Fahrzeit zu absolvieren ist. Diese wird den Fahrern am Start-Ziel-Wagen des BDR angezeigt.

Bundesliga Bad Selzdetfurth und Perl

Bei den ersten Bundesliga-Rennen in Bad Salzdetfurth tue ich mich noch schwer – ich war noch auf Langdistanz für die Gravel-WM in Limburg eingestellt. In Perl lief es trotz widrigster Bedingungen etwas besser. Der Starkregen peitschte von rechts nach links, ohne überhaupt den Boden erreichen zu wollen! Zwar spülte der Regen den groben Matsch vom Rad, aber man musste höllisch aufpassen, überhaupt auf dem Rad zu bleiben. Mit zwei Podiumsplätzen war ich dennoch recht zufrieden.

Bei kleineren Rennen wie im Weser-Ems-Cup, der Gunsha Cross Challenge oder dem NRW-Cup konnte ich sogar Siege einfahren oder zumindest das Podium erreichen – die Konkurrenz ist dort deutlich geringer.

Bundesliga Vaihingen

Das Rennen läuft gut. Thomas Hockauf ist mir technisch klar überlegen und fährt vorne ein einsames Rennen. Im Zweikampf gegen Jochen Scheibler kann ich mich durchsetzen und werde Zweiter.

Bundesliga Magstadt

Hier tue ich mich deutlich schwerer. Ein langer Anstieg kostet mich mit meinen 79–80 kg zu viel Kraft, auch wenn ich mit den matschigen Abfahrten gut zurechtkomme. Am Ende reicht es nur für Platz 4.

NRW-Cup

Im NRW-Cup kann ich mich vollständig durchsetzen: Ich gewinne alle drei Läufe und werde zu meiner Freude Landesmeister in der Master-4-Klasse.

Ziel: Deutsche Meisterschaft

Jetzt heißt es, die Weihnachtszeit gut zu überstehen, um bei der Deutschen Meisterschaft fit und munter an der Startlinie zu stehen!

Bundesliga in Baiersbronn – ein Wochenende zum Abhaken

Am 13. und 14.12. steht noch einmal ein Cyclocross-Bundesliga­wochenende in Baiersbronn auf dem Programm. Gerade erst von einer Erkältung genesen, mache ich mich ziemlich spät auf den Weg in den Schwarzwald. Erst gegen 1 Uhr nachts kann ich mein Hochdach aufklappen und mich schlafen legen.

Samstag: Guter Start, bitteres Ende

Nach einer ordentlichen Nacht geht es um 9 Uhr zur Streckenbesichtigung, kurz vor 10 Uhr stehe ich bereits im Startblock. Entgegen meiner Erwartungen gelingt mir ein guter Start. In einer engen Nadelkurve falle ich jedoch zurück, weil mehrere Fahrer innen in die Kurve stechen und andere – mich eingeschlossen – stark behindern. Dabei verliere ich einige Plätze.

Während sich die Spitze absetzt, finde ich mich zunächst auf Platz 8 wieder. In den folgenden Runden arbeite ich mich Stück für Stück nach vorne und überhole sogar René Ristau, einen der Topfahrer. Beim kurzen Blick zurück, um zu sehen, ob er folgen kann, passiert es: In einer Kurve gerate ich auf nasses Laub und rutsche weg. Der Schaden ist sofort klar – Schaltauge verbogen. Also ab ins Depot und aufs Ersatzrad. Kaum aufgesprungen, folgt die nächste Ernüchterung: ein viel zu schwerer Gang und eine Schaltung, die überhaupt nicht funktioniert. Frustriert bleibt mir nichts anderes übrig, als das Rennen aufzugeben.

Sonntag: Neuer Versuch, erneuter Rückschlag

Neuer Tag, neuer Versuch. Doch der Start misslingt: Ich komme nur schwer in die Pedale und reihe mich weit hinten im Feld ein. Runde um Runde kämpfe ich mich nach vorne und liege schließlich auf Platz 4.

Dann nehme ich beim Abzweig vom Asphalt auf die matschige Passage etwas zu viel Risiko und stürze. Obwohl ich nicht mit dem Kopf aufschlage, fehlen mir kurze Erinnerungssequenzen. Das Letzte, was ich sehe, ist mein Rad, das noch rund 20 Meter weiterrutscht – leider ohne mich. Ich rapple mich auf, gehe zum Rad und muss feststellen, dass an Weiterfahren nicht zu denken ist. Der Aufprall war offenbar doch heftiger als zunächst angenommen. Nach einer Untersuchung steht fest: Es folgt erneut eine kleine Zwangspause.

Ob ich mich rechtzeitig und ausreichend vorbereiten kann, um fit bei der Deutschen Meisterschaft am Start zu stehen, ist leider mehr als fraglich – eher nicht.

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