Alex Trainingstagebuch: Große Pläne erfordern große Taten

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„If I had not started this race, I would not had this expirience“ (von „The Vegan Cyclist“).

Getreu dem einleitenden Zitat mache ich mich auf den Weg neue Erfahrungen zu sammeln und möchte in der nächsten Saison diese in einem besonderen Rennen sammeln!

Ob es sich dabei um ein Etappenrennen, ein Ultracycling-Event, oder einen besonderen Marathon handelt steht noch nicht fest. Aber fest steht, dass es ein Event sein soll auf das ich mich vorbereiten muss, um es zu finishen. Ich möchte mich entwickeln und brauche ein neues Ziel vor Augen, bei dem ich auch scheitern kann, wenn ich mich nicht ernsthaft genug vorbereite.
Was es dann genau werden wird, erfahrt Ihr zu einem späteren Zeitpunkt hier im Blog.

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Im Frühsommer 2022 bin ich mit dem Rundweg „Rund um Wuppertal“ bereits 100 km mit 2400 Höhenmetern als Tagestour gefahren. Für ein besonderes Event muss da also auf jeden Fall noch eine Schippe drauf.


Nach Jahren anderer Prioritäten und gesundheitlicher Probleme stellt sich der Status quo, für die Teilnahme an solch einem Event, für mich leider alles andere als optimal dar.

Zeitbudget:


Meine Familie soll natürlich weiterhin die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient. Als zweifacher Familienvater kann und will ich nicht darauf verzichten. Ein regelmäßiges und strukturiertes Training muss also in den Familienkalender passen.
Da unsere kleine Maus aufgrund einer Erkrankung mehr Unterstützung braucht als die meisten Kinder in seinem Alter, ist dies für uns als Familie eine besonders schwierige, aber auch ungemein wichtige Herausforderung. Wer mehr darüber erfahren möchte, ist hier in dem Blog meiner Frau richtig.
Für kurze und intensive Einheiten mache ich mir bezüglich Umfängen trotzdem wenig Sorgen. Das habe ich schon in den letzten Jahren gut unter der Woche, oder in Randzeiten morgens bzw. abends unterbekommen.
Für ein Etappenrennen oder sehr lange Rennen mit deutlich über 100 Kilometern Länge komme ich aber natürlich nicht um Training über mehrere Stunden herum. Leider fehlt mir da noch die Kreativität, wie ich das regelmäßig organisiert bekomme. Vielleicht habt Ihr ja dazu auch Ideen oder kreative Lösungen entwickelt. Gerne freue ich mich da über Eure Anregungen.
Ich trainiere seit knapp einem Jahr mit der App Enduco und konnte unter Berücksichtigung meines unregelmäßigen Trainings und des geringen Umfangs durchaus zufriedenstellende Erfolge erzielen. Daher werde ich bis auf Weiteres der App für meine Trainingssteuerung treu bleiben.

Übergewicht:


Viele Jahre im stressigen Bürojob, unsere Hochzeit und zwei Schwangerschaften (wir Männer werden ja bekanntlich gerne mit schwanger, bleiben es dann aber oft auch) haben mein aktuelles Gewicht bis auf 107 kg anschwellen lassen. Das liegt damit aktuell 20 kg oberhalb meines optimalen Wettkampfgewichts.
Ich habe bereits als Teenie mit professioneller Hilfe massiv abgenommen und damals meine Liebe zum Radsport entwickelt.
Die theoretischen Grundlagen und das Wissen sind bei mir also vorhanden. Die Kunst wird darin bestehen, mein Fachwissen und meine Erfahrungen auf meine aktuellen Lebensumstände zu übertragen. Hier soll das anspruchsvolle Ziel als Motivator zusätzlich helfen.
An der Behauptung „Abnehmen wird im Alter schwerer“ scheint jedoch etwas dran zu sein, auch wenn ich das jahrelang als Gerede von Leuten mit zu wenig Willenskraft abgetan habe.
Da ich grundsätzlich wieder einen gesunden und leichtfüßigen Lifestyle leben will, wird es hierbei nicht um eine Crashdiät gehen, sondern um meinen Weg und meine Ideen hin zu einer dauerhaften, ausgewogenen Ernährung.

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Im Sommer 2022 auf dem Schatzberg in Tirol. Knapp 2000 Meter selbst erklommen, aber auch eindeutig nicht in der „Form meines Lebens“.
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2011, mit ca. 15 kg weniger auf den Hüften fiel mir das Rennen fahren noch deutlich leichter.

Herzprobleme:


Zu allem Überfluss hatte ich im vergangenen Jahr ein Ereignis, das meiner Frau und mir große Sorgen bereitet.
So musste ich eine harmlose Trainingseinheit mit Herzrasen und völlig kraftlos beenden, nachdem mein Puls mehrfach, ohne erkennbaren Grund auf 230 Schläge pro Minute sprang und ich völlig kraftlos mehrere Minuten ruhen musste um wieder weiter rollen zu können. Auch der restliche Tag war damals von Unwohlsein und Schwäche geprägt.
Das ganze endete am Abend mit der stationären Aufnahme in der Herzklinik. In der darauffolgenden Woche wurde ich dort dann komplett auf links gedreht. Schlafen auf der Wachstation, Langzeit EKG, Echo, Belastungs-EKG, MRT unter Ruhe, MRT unter Stress und so weiter und so fort.
Nachdem alle stationären Untersuchungen abgeschlossen waren, wurde sogar noch zusätzlich ein Langzeit EKG unter realen, sportlichen Bedingungen (ich konnte und sollte eine belastende MTB Einheit fahren) durchgeführt. Alles in allem habe ich zwar Entwarnung bezüglich akuter Probleme und Belastbarkeit bekommen und dadurch auch keine sportlichen Einschränkungen.
Trotzdem ist mein Herz leider nicht ganz in Ordnung und in Ruhephasen, sowie unmittelbar nach einer Anstrengung kommt es bei mir zu symptomatischen Extrasystolen, die mich dann akut in meiner Leistungsfähigkeit einschränken und sich sehr unangenehm anfüllen können.
Keine guten Voraussetzungen für sportliche Höchstleistungen…

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Verkabelt und zum Nachdenken ans Bett gefesselt.

Zur Behandlung bekomme ich seitdem mit Bisopropol ein Kreislaufsenkendes Medikament, das meinen Ruhe- und Maximalpuls um gut 20 Schläge reduziert hat und starke, negative Auswirkungen darauf hat wie dynamisch mein Herz auf Belastungsänderungen reagiert.
Zu allem Überfluss führt das Medikament durch den herabgesetzten Kreislauf natürlich dazu, dass Abnehmversuche zusätzlich erschwert werden.
Erfreulicherweise ist die langfristige und beste Lösung eine Aplationstherapie und nicht die Medikation.
Bei der OP werden mittels Herzkatheter, direkt in den Herzkammern gezielt die Muskelfasern verödet in denen der fehlgeleitete Impuls sich in der zusätzlichen, unnötigen Kontraktion ergibt. Das Ganze ist relativ ungefährlich, umfasst einen 3-4 tägigen Krankenhausaufenthalt und 1-2 Wochen Sportpause.
Trotzdem habe ich mich bisher aus Angst vor Komplikationen vor der OP gedrückt.
Doch mit der Aussicht auf lebenslange Medikation mit Nebenwirkungen und das neue, sportliche Ziel vor Augen werde ich diesen Herbst/Winter die OP endlich angehen.

Ihr seht, es wird spannend und es gibt eine Menge zu tun, um mich für die kommende Saison fit zu bekommen.

In der kommenden Woche habe ich bereits einen Termin bei meiner Hausärztin, um mich gesundheitlich checken zu lassen und das Absetzen des Medikaments, sowie gegebenenfalls eine begleitende Unterstützung zum Abnehmen zu bekommen.
Sportlich steht am 6. Und 7. August außerdem das 24h Rennen von Duisburg an, über das wir bereits hier berichtet haben und wo Ihr in meinem nächsten Beitrag ebenfalls hautnah von meinen Erlebnissen erfahren werdet.

Darüber hinaus werde ich im ersten Schritt den Fokus auf eine Verbesserung meiner Ernährung legen und habe mir zum Ziel gesetzt ein halbes Kilogramm Gewicht pro Woche abzunehmen und somit den ersten Schritt in Richtung Wettkampfform zu gehen.

Euer Alexander

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Alexander Maus